Viele Paare teilen sich das, was man im Haushalt sieht: Abwasch, Wäsche, Staubsaugen. Trotzdem fühlt sich oft einer von beiden stärker belastet. Der Grund ist häufig das, was man nicht sieht: zu merken, dass die Milch zur Neige geht, dass die Kinder neue Schuhe brauchen, dass es Zeit ist, einen Zahnarzttermin zu machen.
Eine Studie mit 35 Paaren nennt das Denkarbeit und teilt sie in vier Teile: vorausahnen, was gebraucht wird, Möglichkeiten finden, entscheiden und nachhalten, dass es erledigt wurde. Die Frauen übernahmen mehr davon, vor allem das Vorausahnen und das Nachhalten, während die Männer öfter beim Entscheiden dabei waren. Die Teile, die am meisten Zeit kosten, sind auch die, die am wenigsten sichtbar sind.
Wählt euren Weg danach, wie es bei euch aussieht:
- Alles aufschreiben, wenn ihr nicht wisst, wie viel es ist.
- Ganze Aufgaben aufteilen, wenn einer immer erinnern muss.
- Ein Wochengespräch, wenn ihr zwischen Tür und Angel plant.
- Bereiche tauschen für einen Monat, wenn ihr weitergehen wollt.
Ein erster Schritt heute: Schreibt jeder für sich alles auf, woran ihr heute für den Haushalt gedacht habt, auch das, worum ihr euch nicht gekümmert habt, und vergleicht es heute Abend.
Viele Paare teilen sich das, was man im Haushalt sieht: Abwasch, Wäsche, Staubsaugen. Trotzdem fühlt sich oft einer von beiden stärker belastet, und der andere versteht nicht, warum. Der Grund ist häufig das, was man nicht sieht: zu merken, dass die Milch zur Neige geht, dass die Kinder aus ihren Schuhen herausgewachsen sind, dass es Zeit ist, einen Zahnarzttermin zu machen, und dann im Blick zu behalten, dass es auch wirklich passiert. Dieser Artikel zeigt, was die Forschung über diese unsichtbare Arbeit sagt, und stellt vier Wege vor, sie zu teilen.
Die Denkarbeit im Haushalt
Die Soziologin Daminger hat 2019 in den USA beide Partner aus 35 Paaren befragt, insgesamt 70 Interviews, wie sie ihren Haushalt organisieren. Sie beschrieb eine Seite der Hausarbeit, die selten mitgezählt wird: die Denkarbeit. Das ist alles, was gedacht werden muss, bevor etwas getan werden kann, und sie teilte es in vier Teile ein.
- Vorausahnen Merken, dass etwas gebraucht wird: Das Kind wächst aus seinen Schuhen heraus.
- Möglichkeiten finden Herausfinden, welche Schuhe, wo und zu welchem Preis.
- Entscheiden Festlegen, welche Schuhe es werden.
- Nachhalten Dafür sorgen, dass sie wirklich gekauft werden und passen.
Die Frauen in der Studie übernahmen mehr Denkarbeit als die Männer. Am größten war der Unterschied beim Vorausahnen und Nachhalten, also beim ersten und letzten Teil. Die Männer waren öfter an der eigentlichen Entscheidung beteiligt. Wer nur dabei ist, wenn entschieden wird, kann deshalb das Gefühl haben, genauso viel Verantwortung zu tragen, während der andere das trägt, was am meisten Zeit kostet und am wenigsten sichtbar ist.
Die Studie beruht auf Interviews mit einer kleinen Gruppe gut ausgebildeter und finanziell gut gestellter Paare. Sie misst nicht, wie verbreitet das Muster ist, und in vielen Haushalten ist es umgekehrt oder ausgeglichen. Aber sie gibt etwas einen Namen, über das man nur schwer sprechen kann, und das ist oft der erste Schritt.
Warum Helfen nicht reicht
„Sag einfach Bescheid, dann helfe ich“ klingt großzügig. Aber wer Bescheid sagen muss, hat die Denkarbeit trotzdem schon geleistet: den Bedarf bemerkt, überlegt, was zu tun ist, und wird auch nachhalten. Wer hilft, übernimmt eine Aufgabe, aber nicht die Verantwortung dafür.
Deshalb fühlt es sich oft ungerecht an, selbst wenn die Stunden in der Küche gleich verteilt sind. Was zermürbt, ist nicht der Abwasch, sondern immer derjenige zu sein, der die Liste im Kopf hat. Es ähnelt dem Versuch, viele Dinge gleichzeitig im Gedächtnis zu behalten, und warum das Kraft kostet, steht in vergesslich.
Vier Wege, das Unsichtbare zu teilen
Alles aufschreiben. Für euch, wenn ihr nicht wisst, um wie viel es eigentlich geht. Schreibt einen Tag lang jeder für sich alles auf, woran ihr für den Haushalt denkt, auch das, worum ihr euch nicht gekümmert habt. Vergleicht am Abend. Die Listen überraschen meistens. Erster Schritt: Fangt heute mit der Liste an.
Ganze Aufgaben aufteilen. Für euch, wenn einer immer erinnern muss. Teilt nicht das Erledigen auf, sondern die ganze Verantwortung: Wer für die Kleidung der Kinder zuständig ist, bemerkt, wählt aus, kauft und hält nach, ohne erinnert zu werden. Fangt mit zwei oder drei Bereichen an. Erster Schritt: Sucht einen Bereich aus, den der andere ab heute komplett übernimmt.
Ein Wochengespräch. Für euch, wenn ihr zwischen Tür und Angel plant, oft indem einer den anderen erinnert. Setzt euch einmal pro Woche eine Viertelstunde zusammen und geht durch, was ansteht: Termine, Einkäufe, Abendessen, Dinge, die gebucht werden müssen. Legt fest, wer was übernimmt. So wandert die Denkarbeit aus einem Kopf in ein gemeinsames Gespräch. Die Abendessen könnt ihr gleich mitplanen, wie in das Essen der Woche planen. Erster Schritt: Legt einen festen Zeitpunkt in der Woche für das Gespräch fest.
Bereiche tauschen. Für euch, wenn ihr weitergehen wollt, und das ist der anspruchsvollste Weg. Tauscht eure Zuständigkeiten einen Monat lang komplett. Wer sonst den Terminkalender der Kinder im Blick hat, übernimmt die Finanzen, und umgekehrt. Das ist anstrengend, aber niemand versteht, wie viel ein Bereich verlangt, bevor er ihn selbst getragen hat. Erster Schritt: Entscheidet, welchen Bereich ihr zuerst tauscht und ab welchem Tag.
Wenn es Streit gibt
Gespräche über den Haushalt werden schnell vorwurfsvoll, weil es um Gerechtigkeit geht. Fangt mit dem an, was ihr beide wollt, einem Zuhause, das funktioniert, und weniger Ärger, und sprecht über die Aufgaben, nicht darüber, wer faul ist. Wenn ihr nicht weiterkommt oder es im Streit eigentlich um etwas anderes geht, kann eine Paarberatung helfen. Mehr darüber, wie ihr miteinander sprecht, steht im Leitfaden zu Beziehungen.
Ein erster Schritt heute: Schreibt jeder für sich alles auf, woran ihr heute für den Haushalt gedacht habt, auch das, worum ihr euch nicht gekümmert habt, und vergleicht es heute Abend.
Das hier ist das Verständnis und ein erster Schritt. In Atlas wird daraus eine Gewohnheit. Wenn du Zuhause als eigenen Bereich hinzufügst, findest du dort Wer macht was, wo du aufschreibst, was du heute zu Hause erledigt hast und wobei du um Hilfe gebeten hast, damit die Verantwortung sichtbar wird, und Abendessen der Woche, wo die Mahlzeiten der Woche auf einmal festgelegt werden. Teste Atlas 7 Tage kostenlos und kündige, wann du willst.

