Viele Eltern von Teenagern versuchen, mehr zu erfahren, indem sie ausfragen, kontrollieren und überwachen. Die Forschung deutet aber darauf hin, dass das, was Eltern tatsächlich wissen, vor allem daher kommt, dass der Teenager selbst erzählt. Und ob er erzählt, hängt davon ab, wie die Eltern normalerweise reagieren.
In einer Studie mit 703 Vierzehnjährigen in Schweden stammte das Wissen der Eltern vor allem aus dem, was die Jugendlichen selbst erzählten, und genau das hing am deutlichsten mit weniger Regelverstößen zusammen. In einer anderen Studie, die 982 Jugendliche über längere Zeit begleitete, führten negative Reaktionen der Eltern dazu, dass sich die Jugendlichen kontrolliert fühlten und weniger erzählten. Positive Reaktionen führten zu mehr Nähe und mehr Offenheit.
Wähle deinen Weg je nach Situation:
- Wenn sie etwas Schwieriges erzählen: erst danken, dann reagieren.
- Wenn sie gar nichts erzählen: Seite an Seite reden.
- Wenn du dir Sorgen machst: sag, worüber du dir Sorgen machst.
- Wenn es schon still geworden ist: im Kleinen neu anfangen.
Ein erster Schritt für heute: Wenn dein Teenager dir das nächste Mal etwas erzählt, sag „Danke, dass du mir das erzählst“, bevor du irgendetwas anderes sagst.
Wenn du Anzeichen bemerkst, dass es deinem Teenager schlecht geht, sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen Fachperson.
Viele Eltern von Teenagern versuchen, mehr zu erfahren, indem sie ausfragen, kontrollieren und überwachen. Die Forschung deutet aber darauf hin, dass das, was Eltern wissen, vor allem daher kommt, dass der Teenager selbst erzählt – und ob er beim nächsten Mal erzählt, hängt davon ab, wie die Eltern beim letzten Mal reagiert haben. Dieser Artikel zeigt, was zwei Studien herausgefunden haben, warum eine ruhige Reaktion nicht heißt, dass alles in Ordnung ist, und welche vier Wege es je nach Situation gibt.
Was du weißt, kommt von deinem Teenager
Lange Zeit lautete der Rat an Eltern: Behaltet besser im Blick, was eure Kinder tun. Studien zeigten, dass Jugendliche, deren Eltern wussten, wo und mit wem sie unterwegs waren, seltener gegen Regeln verstießen. Daraus wurde geschlossen, dass Eltern mehr überwachen sollten.
Stattin und Kerr stellten das im Jahr 2000 infrage. Sie wiesen darauf hin, dass die Studien zwar maßen, was die Eltern wussten, aber nicht, woher dieses Wissen kam. In ihrer Studie mit 703 Vierzehnjährigen in Mittelschweden und deren Eltern stammte das Wissen vor allem daher, dass die Jugendlichen selbst erzählten, und nicht aus Fragen oder Regeln der Eltern. Und genau dieses Erzählen hing am deutlichsten mit weniger Regelverstößen und weniger Kontakten mit der Polizei zusammen. Das galt sowohl nach Angaben der Jugendlichen als auch nach Angaben der Eltern, bei Mädchen ebenso wie bei Jungen.
Die Schlussfolgerung der Forschenden: Überwachen und Kontrollieren ist nicht der beste Rat für Eltern. Wichtig ist zu verstehen, was Teenager dazu bringt, zu erzählen.
Deine Reaktion entscheidet über das nächste Mal
Tilton-Weaver und Kollegen begleiteten 2010 insgesamt 982 Jugendliche zu drei Zeitpunkten. Wenn die Eltern negativ auf das reagierten, was die Jugendlichen erzählten, fühlten sich diese stärker kontrolliert und ihren Eltern weniger nah. Das führte wiederum dazu, dass sie weniger erzählten und mehr verheimlichten. Reagierten die Eltern positiv, fühlten sich die Jugendlichen ihnen näher und erzählten mehr.
- Dein Teenager erzählt Vom Abend, von einem Freund oder von einem Fehler.
- Du reagierst Ruhig und neugierig – oder mit Wut und Verhör.
- Das Gefühl Nähe – oder kontrolliert zu werden.
- Das nächste Mal Mehr erzählt – oder mehr verheimlicht.
Was du mit dem machst, was du hörst, entscheidet darüber, was du später zu hören bekommst.
Es handelt sich um Zusammenhänge über die Zeit, nicht um ein Experiment, und Teenager sind verschieden: In der Studie beeinflussten die Persönlichkeitsmerkmale der Jugendlichen, wie stark das Muster ausgeprägt war. Trotzdem steckt darin ein praktischer Punkt. Jedes Mal, wenn dein Teenager dir etwas erzählt, ist das auch ein Test, was es kostet, zu erzählen.
Ruhig bleiben heißt nicht, dass alles okay ist
Eine ruhige Reaktion ist nicht dasselbe wie Zustimmung. Wenn dein Teenager dir erzählt, auf einer Party gewesen zu sein, auf der getrunken wurde, musst du nicht so tun, als wäre das gut gewesen. Aber die Reihenfolge zählt. Wenn das Erste, worauf dein Teenager trifft, Wut ist, dann ist genau das die Lektion, die er mitnimmt.
Fang damit an, zuzuhören und anzunehmen: Bedanke dich dafür, dass er es dir erzählt hat, und frag, wie es war. Über Konsequenzen und Regeln sprecht ihr später, wenn ihr beide ruhig seid. Die Regeln können bestehen bleiben. Was sich ändert: Nicht das Erzählen wird bestraft.
Vier Wege, je nach Situation
Wenn sie etwas Schwieriges erzählen. Für dich, wenn du etwas hörst, das du nicht hören willst. Erst annehmen, dann reagieren. Bedanke dich dafür, dass dein Teenager es dir erzählt hat, stell eine Frage und halte deine Meinung erst einmal zurück. Erster Schritt: Sag beim nächsten Mal „Danke, dass du mir das erzählst“, bevor du irgendetwas anderes sagst.
Wenn sie gar nichts erzählen. Für dich, wenn dein Teenager „gut“ sagt und in seinem Zimmer verschwindet. Gespräche mit Teenagern entstehen öfter Seite an Seite als von Angesicht zu Angesicht: im Auto, in der Küche, bei einem Spaziergang. Frag nach etwas Konkretem, nicht nach dem Tag im Allgemeinen. Erster Schritt: Bitte deinen Teenager, dich diese Woche bei einer Besorgung zu begleiten, ohne Radio.
Wenn du dir Sorgen machst. Für dich, wenn du überlegst, Nachrichten mitzulesen oder das Handy zu orten. Sag stattdessen, worüber du dir Sorgen machst und warum, und frag, was dein Teenager für angemessen hält. Fliegt heimliche Kontrolle auf, kann sie mehr Vertrauen kosten, als sie dir Sicherheit gibt. Erster Schritt: Schreib auf, worüber du dir tatsächlich Sorgen machst, und sprich pro Woche einen dieser Punkte an.
Wenn es schon still geworden ist. Für dich, wenn du merkst, dass dein Teenager aufgehört hat zu erzählen. Das ist der anspruchsvollste Weg, denn es braucht Zeit, Vertrauen wieder aufzubauen. Fang im Kleinen an, mit Themen, die nicht aufgeladen sind, und reagiere warm auf das, was du hörst. Du kannst ruhig sagen, dass du es anders machen willst als bisher. Erster Schritt: Frag nach etwas, das deinem Teenager Spaß macht, und hör zu, ohne es zu kommentieren.
Wenn du Anzeichen bemerkst, dass es deinem Teenager schlecht geht, er sich lange zurückzieht, aufhört zu essen oder zu schlafen oder davon spricht, nicht mehr leben zu wollen, sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen Fachperson. Ist es akut, wähle deine lokale Notrufnummer.
Ein erster Schritt für heute: Wenn dein Teenager dir das nächste Mal etwas erzählt, sag „Danke, dass du mir das erzählst“, bevor du irgendetwas anderes sagst.
Wie Wärme und klare Erwartungen zusammenpassen, liest du unter Erziehungsstile, und wie du loslässt, während dein Kind größer wird, unter Helikopter-Eltern.
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