Wenn sich der Job falsch anfühlt, vermischen sich zwei Fragen: Ist es der falsche Job, oder liegt es daran, wie der Arbeitstag aussieht? Ein neuer Job löst keinen Tag voller Unterbrechungen, weil das Muster mitkommt. Und ein besserer Arbeitstag löst keinen Job, der in die falsche Richtung führt.
Denkst du schon lange darüber nach, spricht einiges aus der Forschung dafür, es zu wagen. In einem großen Experiment ließen Menschen, die sich nicht entscheiden konnten, bei großen Entscheidungen wie einer Kündigung eine Münze werfen. Wem die Münze sagte, etwas zu verändern, war ein halbes Jahr später glücklicher als die, die geblieben waren.
Wähle deinen Weg danach, was dich belastet:
- Gestalte den Job, den du hast, wenn der Arbeitstag das Problem ist.
- Teste im Kleinen, wenn du neugierig auf etwas anderes bist, aber unsicher.
- Wechsle den Arbeitsplatz, wenn der Beruf stimmt, aber der Ort nicht.
- Wechsle den Beruf, wenn du etwas ganz anderes willst und es in Schritten angehen kannst.
Egal welcher Weg: Beende den Arbeitstag richtig. Abends von der Arbeit abschalten zu können, hängt mit besserem Schlaf und weniger Erschöpfung zusammen.
Ein erster Schritt heute: Schreib vor dem Feierabend auf, wo du stehst und welche drei Aufgaben morgen am wichtigsten sind.
Bist du bis weit in den Urlaub hinein müde und schläfst schlecht, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du große Entscheidungen triffst.
Wenn sich der Job falsch anfühlt, vermischen sich oft zwei Fragen: Ist das der falsche Job, oder liegt es daran, wie der Arbeitstag aussieht? Sie haben unterschiedliche Antworten. Ein neuer Job löst keinen Arbeitstag, der aus Unterbrechungen und Abenden besteht, an denen die Arbeit nie aufhört, denn dasselbe Muster kommt mit. Und ein besserer Arbeitstag löst keinen Job, der nicht mehr dorthin führt, wo du hinwillst. Kläre zuerst, um welche Frage es geht, wähle dann einen von vier Wegen und teste im Kleinen, bevor du den großen Schritt machst.
<Zwei Fragen, die sich vermischen
Die erste Frage betrifft den Inhalt: Magst du, was du tust, lernst du etwas, führt es dorthin, wo du in fünf Jahren sein willst? Die zweite betrifft die Form: wie deine Tage aussehen, wie viel unterbrochen wird, ob du das Wichtige schaffst und ob die Arbeit endet, wenn der Arbeitstag endet.
Ein einfacher Test ist, an einen guten Arbeitstag zu denken. Gab es in letzter Zeit solche Tage, an denen du dich konzentrieren konntest, pünktlich nach Hause gegangen bist und zufrieden warst? Dann liegt das Problem vielleicht in der Form, und die lässt sich oft mehr beeinflussen, als man denkt. Sind selbst die besten Tage solche, die du in fünf Jahren nicht haben willst, geht es um den Inhalt.
Was die Forschung über den Mut zum Wechsel sagt
Man bleibt leicht zu lange. Ein Wechsel fühlt sich riskant an, Bleiben fühlt sich an, als würde man gar nicht wählen. Der Ökonom Levitt wollte wissen, wie es Menschen ergeht, die wirklich hin- und hergerissen sind. In einem großen Feldexperiment warfen Personen, die sich nicht entscheiden konnten, eine Münze, und die Münze entschied, ob sie etwas verändern oder es lassen sollten. Das Experiment wurde 2021 veröffentlicht.
Bei den großen Entscheidungen, etwa zu kündigen oder eine Beziehung zu beenden, setzten diejenigen, denen die Münze sagte, sie sollten etwas verändern, häufiger tatsächlich eine Veränderung um. Ein halbes Jahr später waren sie zufriedener mit ihrer Entscheidung und glücklicher als die, denen die Münze sagte, alles so zu lassen, wie es war. Levitts Schluss: Menschen können vor großen Lebensentscheidungen zu vorsichtig sein.
Das heißt nicht, dass alle kündigen sollen. Die Teilnehmenden hatten schon lange nachgedacht, konnten sich wirklich nicht entscheiden und hatten sich selbst für das Experiment gemeldet. Aber stehst du genau dort, und das seit Monaten, ist es gut zu wissen, dass die Forschung nicht dafür spricht, aus reiner Vorsicht zu bleiben.
Beende den Arbeitstag richtig
Für viele endet der Arbeitstag nie richtig. Der Computer wird zugeklappt, aber die Gedanken laufen weiter, und durchs Handy ist die Arbeit den ganzen Abend in der Tasche. Wendsche und Lohmann-Haislah haben 2017 die Forschung zum Abschalten von der Arbeit in der Freizeit zusammengefasst, mit über 38.000 Beschäftigten. Wer von der Arbeit abschalten konnte, war weniger erschöpft, schlief besser, fühlte sich besser und leistete mehr im Job. Das sind Zusammenhänge, keine Belege für Ursachen, aber sie zeigten sich durchgängig. Wer in der Freizeit arbeitete, konnte schwerer abschalten.
Ein kurzer Abschluss hilft. Schreib auf, wo du bei dem stehst, woran du gearbeitet hast, was der nächste Schritt ist und was morgen ansteht. Schließ dann, was sich schließen lässt. Was auf dem Papier steht, musst du nicht den ganzen Abend im Kopf behalten. Mehr dazu, wie du deine Arbeitszeit schützt, findest du unter Fokus bei der Arbeit und Unterbrechungen bei der Arbeit.
Vier Wege nach vorn
Es gibt keinen Weg, der für alle richtig ist. Wähle danach, was dich belastet, und wechsle den Weg, wenn sich die Antwort ändert.
Gestalte den Job, den du hast. Für dich, wenn es gute Tage gibt, aber zu wenige. Vieles, was einen Tag schwer macht, sind Unterbrechungen: Mails, Chat und Meetings, die ihn in Stücke zerteilen, die zu kurz sind, um etwas richtig zu machen. Schreib die drei wichtigsten Aufgaben auf, bevor du die Mails öffnest, und arbeite ohne Unterbrechung an einer davon. Bitte um mehr von dem, was du gut kannst, und weniger von dem, was dich auslaugt. Erster Schritt: Fang morgen mit Aufgabe Nummer eins an, bevor du die Mails öffnest. Weitere Wege findest du unter ständig Mails checken.
Teste im Kleinen. Für dich, wenn du neugierig auf etwas anderes bist, aber nicht weißt, ob es trägt. Sprich mit Menschen, die das machen, worüber du nachdenkst: Wie sieht ein normaler Tag aus, was ist langweilig, was hätten sie gern vorher gewusst? Probier dann die Arbeit selbst aus, wenn es geht, über einen kleineren Auftrag, einen Kurs oder einen Tag, an dem du jemanden begleitest. Erster Schritt: Schreib einer Person, die den Job hat, über den du nachdenkst, und bitte um zwanzig Minuten.
Wechsle den Arbeitsplatz. Für dich, wenn du deinen Beruf magst, aber nicht den Ort: die Führungskraft, die Kultur, die Werte oder den Arbeitsweg. Das ist der Wechsel mit dem geringsten Risiko, weil das meiste von dem, was du kannst, mitkommt. Erster Schritt: Schreib die drei Dinge auf, die am nächsten Arbeitsplatz anders sein müssen, damit du weißt, wonach du suchst.
Wechsle den Beruf. Für dich, wenn du etwas ganz anderes willst, und das ist der anspruchsvollste Weg. Erfahrung kommt mehr mit, als man denkt: die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, Probleme zu lösen und Projekte voranzubringen. Das Schwere sind meistens das Geld und die Unsicherheit. Ein Wechsel fällt leichter mit einem Polster, das eine Übergangszeit abdeckt, und in Schritten statt in einem einzigen Sprung. Erster Schritt: Rechne aus, wie viele Monatsausgaben du bräuchtest, um ein halbes Jahr mit weniger Gehalt zu überbrücken, und fang an, darauf hinzusparen.
Zeichen, dass es Zeit für einen Wechsel ist
Die Zeichen sind meistens, dass du nichts mehr lernst, dass du dir nicht vorstellen kannst, in ein paar Jahren noch dasselbe machen zu wollen, dass die Werte am Arbeitsplatz mit deinen eigenen reiben, oder dass du versucht hast, zu ändern, was du kannst, und es trotzdem nicht besser wird.
Ein Zeichen, das oft mit den anderen verwechselt wird, ist Erschöpfung. Wer völlig ausgebrannt ist, will weg von allem, und dann kann ein Jobwechsel wie die Lösung aussehen. Bist du bis weit in den Urlaub hinein müde, schläfst du schlecht und fällt es dir schwer, dich zu erinnern und zu konzentrieren, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du große Entscheidungen triffst. Ein neuer Job löst keine Erschöpfung.
Die Karriere entsteht in kleinen Kontakten
Die meisten Karrieren werden mehr von Menschen geprägt als von Bewerbungen. Kontakte zu Kollegen, früheren Vorgesetzten und Menschen in anderen Berufen öffnen Türen, die nie ausgeschrieben werden. Es geht nicht darum, auf verkrampfte Art zu netzwerken, sondern darum, mit Menschen in Kontakt zu bleiben, mit denen du gern arbeitest, und dich zu melden, wenn du neugierig bist.
Willst du das Tempo erhöhen, mach die Kontakte zur Gewohnheit: einer pro Woche, mit jemandem, mit dem du lange nicht gesprochen hast, oder mit jemandem in einem Beruf, auf den du neugierig bist. Nach ein paar Monaten weißt du viel mehr darüber, welche Wege es gibt, und mehr Menschen wissen, was du willst.
Häufige Fragen
Woher weiß ich, ob ich den Job wechseln sollte? Trenn Inhalt und Form. Ist es der Arbeitstag, der belastet, lässt sich dort, wo du bist, viel ändern. Ist es der Job selbst, den du in ein paar Jahren nicht mehr willst, lohnt es sich, Alternativen auszuprobieren.
Ist es zu spät, den Beruf zu wechseln? Meistens nicht. Viel von deiner Erfahrung kommt mit. Entscheidend sind meistens das Geld und dass du es im Kleinen testest, bevor du ganz wechselst.
Wie mache ich meinen Arbeitstag weniger zerrissen? Leg die drei wichtigsten Aufgaben fest, bevor du die Mails öffnest, und arbeite in ungestörten Phasen an einer Sache nach der anderen.
Wie höre ich auf, abends an die Arbeit zu denken? Beende den Tag, indem du aufschreibst, wo du stehst und was der nächste Schritt ist. Was aufgeschrieben ist, musst du nicht im Kopf behalten.
Kann ich den Job wechseln, wenn ich erschöpft bin? Das geht, aber sprich zuerst mit einer Ärztin oder einem Arzt. Erschöpfung macht es schwer zu erkennen, was sich ändern muss, und ein neuer Job löst sie nicht.
Dieser Leitfaden gibt dir das Verständnis und einen ersten Schritt. In Atlas wird daraus eine Gewohnheit. Unter Arbeit findest du Die drei von heute, Mails können warten und Der Feierabend als Vorschläge, die du zu deinen eigenen machen kannst, und fügst du Studium & Beruf als eigenen Teil hinzu, gibt es dort Ein Kontakt pro Woche. Teste Atlas 7 Tage kostenlos und kündige, wann du willst.

