Die meiste Vergesslichkeit im Alltag hat nichts mit einem schlechten Gedächtnis zu tun. Dahinter stecken zwei andere Dinge: Du hast nicht bemerkt, was du gerade getan hast, als es passiert ist. Und du sollst später an etwas denken, ohne dass dich irgendetwas daran erinnert.
Die Forschung hat dazu ein paar überraschende Befunde. Menschen vergessen mehr, nachdem sie durch eine Tür gegangen sind, als wenn sie die gleiche Strecke im selben Raum zurückgelegt haben, weil das Gehirn einen neuen Raum als neues Ereignis zählt. Und eine Auswertung von 36 Vergleichen hat gezeigt, dass Pläne nach dem Muster „Wenn ich X sehe, tue ich Y“ Menschen helfen, an das zu denken, was sie tun wollen.
Wähle deinen Weg danach, was du meistens vergisst:
- Feste Plätze, wenn du ständig Schlüssel, Geldbeutel und Brille suchst.
- Wenn–dann-Pläne, wenn du vergisst, was du versprochen hast.
- Leg dir die Erinnerung in den Weg, wenn du Dinge zu Hause liegen lässt.
- Sag es laut, wenn du deine Aufmerksamkeit trainieren willst.
Ein erster Schritt für heute: Such dir eine Schale oder einen Haken an der Tür aus, wo die Schlüssel immer liegen sollen.
Wird die Vergesslichkeit deutlich schlimmer oder bemerken andere sie stärker als du, sprich mit einem Arzt oder einer Ärztin.
Du gehst in die Küche und stehst da, ohne zu wissen, was du holen wolltest. Die Schlüssel sind schon wieder weg, und erst im Auto fällt dir ein, dass du versprochen hast, jemanden anzurufen. Das fühlt sich nach einem schlechten Gedächtnis an, aber das meiste, was wir im Alltag vergessen, hat einen anderen Grund: Du hast nicht bemerkt, was du gerade getan hast, als es passiert ist. Und du sollst später an etwas denken, ohne dass dich irgendetwas daran erinnert. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und was die Forschung zeigt, und stellt dir vier Wege vor, die helfen.
Du hast nie bemerkt, wo die Schlüssel gelandet sind
Damit dein Gedächtnis etwas abrufen kann, muss es erst einmal hineingekommen sein. Wenn du die Schlüssel ablegst, während du an etwas anderes denkst, telefonierst oder Einkaufstüten schleppst, hat dein Gehirn die Handlung kaum registriert. Dann gibt es auch nichts, woran du dich erinnern könntest. Nicht das Gedächtnis lässt dich im Stich, sondern die Aufmerksamkeit im Moment.
Deshalb vergisst man mehr, wenn man müde oder gestresst ist oder mehrere Dinge gleichzeitig tut. Der Kopf ist beschäftigt, und die kleinen Handgriffe rutschen einfach durch. Wie Schlafmangel und Stress den Kopf träge machen, liest du unter geistige Erschöpfung.
Die Tür, die alles löscht
Die zweite Art von Vergesslichkeit: Du weißt, dass du etwas tun wolltest, aber nicht mehr, was. Radvansky, Krawietz und Tamplin haben 2011 untersucht, warum das so oft in einem neuen Raum passiert. Die Teilnehmenden trugen Gegenstände von Tisch zu Tisch, mal im selben Raum, mal durch eine Tür in einen anderen Raum, und wurden anschließend gefragt, was sie getragen hatten. Nach dem Gang durch eine Tür erinnerten sie sich schlechter, als wenn sie die gleiche Strecke im selben Raum gegangen waren. Der Effekt zeigte sich sowohl in einer virtuellen Umgebung am Computer als auch in echten Räumen.
Die Erklärung der Forschenden: Das Gehirn teilt das Leben in Ereignisse auf, und eine Tür ist die Grenze zwischen zweien. Sobald du die Küche betrittst, beginnt ein neues Ereignis, und was du im Wohnzimmer gedacht hast, gehört zum vorherigen. In den Versuchen half es übrigens auch nicht, in den Raum zurückzugehen, in dem einem die Sache eingefallen war.
- Dir fällt etwas ein Der Gedanke gehört zum Ereignis im Wohnzimmer.
- Du gehst durch die Tür Das Gehirn zählt die Küche als neues Ereignis.
- Der Gedanke bleibt hinter dir Er ist noch da, aber in einem Ereignis, das du verlassen hast.
Das ist kein Zeichen von Krankheit. Es passiert allen, und es sagt mehr darüber aus, wie das Gedächtnis gebaut ist, als darüber, wie gut deines funktioniert.
Wenn–dann hilft dir, an das zu denken, was du tun willst
Am schwersten fällt es dem Gedächtnis, später an etwas zu denken: das Medikament zu nehmen, auf dem Heimweg Milch zu kaufen, zurückzurufen. Niemand fragt dich danach, also muss etwas in deiner Umgebung die Erinnerung im richtigen Moment wecken.
Chen und Kollegen haben 2015 36 Vergleiche zu einer einfachen Methode zusammengetragen: im Voraus festzulegen „Wenn ich X sehe, tue ich Y“. Bei jungen Erwachsenen verbesserte sie die Fähigkeit, an geplante Aufgaben zu denken, in mäßigem Umfang, bei Älteren noch deutlicher. Am besten wirkte sie, wenn die Teilnehmenden den Plan aussprachen und sich den Moment zusätzlich vorstellten. Durch den Plan wird das, was du im Moment siehst, etwa der Laden auf dem Heimweg oder die Kaffeetasse am Morgen, selbst zur Erinnerung.
Vier Wege zu weniger Vergesslichkeit
Feste Plätze. Für dich, wenn du ständig Schlüssel, Geldbeutel, Brille und Ladekabel suchst. Gib jedem Ding genau einen Platz und leg es immer dorthin. Dann musst du dir nicht merken, wo es liegt, sondern nur, es dorthin zu legen, wo es hingehört. Erster Schritt: Such dir heute eine Schale oder einen Haken an der Tür für die Schlüssel aus.
Wenn–dann-Pläne. Für dich, wenn du vergisst, was du versprochen hast oder tun wolltest. Verknüpfe die Aufgabe mit etwas, das du sowieso sehen wirst: „Wenn ich aus dem Bus steige, rufe ich Mama an.“ Sprich den Plan laut aus und stell dir den Moment vor. Erster Schritt: Schreib einen Wenn–dann-Plan für etwas, das du morgen erledigen willst.
Leg dir die Erinnerung in den Weg. Für dich, wenn du Dinge zu Hause liegen lässt. Was du mitnehmen musst, legst du vor die Tür oder auf deine Schuhe, und in Handy-Erinnerungen schreibst du, was zu tun ist, nicht nur eine Uhrzeit. Die Umgebung das Erinnern übernehmen zu lassen, ist kein Schummeln. Genau so funktioniert das Gedächtnis am besten. Erster Schritt: Leg heute Abend das, was du morgen mitnehmen musst, vor die Haustür.
Sag es laut. Für dich, wenn du deine Aufmerksamkeit trainieren willst. Das ist der anspruchsvollste Weg, weil du dafür eine Gewohnheit durchbrechen musst. Wenn du etwas Wichtiges ablegst, sag kurz, was du tust: „Schlüssel in die Schale.“ Wenn du in einen anderen Raum gehst, sag, was du holen willst. Das dauert eine Sekunde und zwingt dein Gehirn, die Handlung zu registrieren. Erster Schritt: Mach das heute bei drei Dingen.
Wenn mehr dahintersteckt
Zu vergessen, was man holen wollte, ist in jedem Alter normal. Sprich mit einem Arzt oder einer Ärztin, wenn deine Vergesslichkeit in kurzer Zeit deutlich schlimmer geworden ist, wenn du Gespräche vergisst, die du gerade geführt hast, wenn du dich an vertrauten Orten verläufst oder wenn Menschen in deinem Umfeld eine Veränderung bemerken. Dahinter können behandelbare Ursachen stecken, etwa Schlafmangel, Stress, eine gedrückte Stimmung oder ein Medikament, und es ist besser, das abklären zu lassen.
Ein erster Schritt für heute: Such dir eine Schale oder einen Haken an der Tür aus, wo die Schlüssel immer liegen sollen.
Hier bekommst du das Verständnis und einen ersten Schritt. In Atlas wird daraus eine Gewohnheit. Im Bereich Geist findest du Eins nach dem anderen, wo du zählst, wie oft du nur eine Sache tust und dadurch bemerkst, was du tust, und Kopf leeren für alles, was du im Kopf zu behalten versuchst. Wenn du Zuhause als eigenen Bereich hinzufügst, gibt es außerdem Sofort an seinen Platz. Teste Atlas 7 Tage kostenlos und kündige, wann du willst.

