Wer aufs Schreiben wartet, bis die Inspiration kommt, schreibt vor allem dann, wenn es ohnehin leichtfällt. Eine Schreibroutine dreht das um: Du schreibst zu einer festen Zeit an einem festen Ort, und zwar so wenig, dass du es auch an einem schlechten Tag schaffst. Die Inspiration kommt, wann sie kommt.
Zwei Befunde stützen das. Pläne, die genau festlegen, wann und wo man etwas tut, sogenannte Wenn-dann-Pläne, halfen Menschen deutlich besser, ihre Ziele zu erreichen, als ein bloßer Entschluss. Und als Gewohnheiten im Alltag beobachtet wurden, dauerte es zwischen achtzehn und über zweihundertfünfzig Tagen, bis sie saßen. Eine einzelne verpasste Gelegenheit schadete der Gewohnheit dabei nicht.
Wähle deinen Weg danach, wo du gerade stehst:
- Wenn du schreibst, wann es dich gerade packt: Leg fest, wann und wo.
- Wenn du wenig Zeit hast: Zehn Minuten reichen.
- Wenn dir die Routine abhandengekommen ist: Fang heute neu an.
- Wenn du schreibst, aber nie fertig wirst: Ein nächster Schritt pro Woche.
Ein erster Schritt für heute: Schreib einen Satz, der festhält, wann und wo du morgen schreibst, zum Beispiel: „Nach dem Frühstück, am Küchentisch, zehn Minuten lang.“
Wer aufs Schreiben wartet, bis die Inspiration kommt, schreibt vor allem dann, wenn es ohnehin leichtfällt. Eine Schreibroutine dreht das um: Du schreibst zu einer festen Zeit an einem festen Ort, und zwar so wenig, dass du es auch an einem schlechten Tag schaffst. Die Inspiration kommt, wann sie kommt. Die Forschung zu Plänen und Gewohnheiten zeigt, warum das funktioniert und warum es länger dauert, als man denkt. Dieser Artikel erklärt beides und stellt dir vier Wege vor, je nachdem, wo du gerade stehst.
Ein Plan mit Wann und Wo
Gollwitzer und Sheeran haben 2006 knapp hundert Studien zu Plänen ausgewertet, die eine Handlung an eine bestimmte Situation knüpfen: Wenn es Morgen ist und ich gefrühstückt habe, dann setze ich mich hin und schreibe. Menschen mit solchen Plänen erreichten ihre Ziele deutlich häufiger als Menschen, die sich nur etwas vorgenommen hatten. Der Effekt wurde als mittel bis groß eingestuft.
Der Kern: Die Entscheidung fällt einmal, und zwar im Voraus. Wenn die Situation da ist, musst du dich nicht noch einmal entscheiden. Genau in diesem Moment, wenn gerade etwas anderes ansteht, zieht das Schreiben sonst meistens den Kürzeren. Wie man solche Pläne aufbaut, liest du in Wenn-dann-Pläne.
Eine Gewohnheit braucht länger als 21 Tage
Lally und Kollegen ließen 96 Personen eine Gewohnheit wählen, die sie zwölf Wochen lang jeden Tag in derselben Situation ausführen sollten, und maßen, wie automatisch sie wurde. Bis die Gewohnheit fast ihr Höchstmaß erreicht hatte, vergingen zwischen achtzehn und 254 Tagen. Bei vielen dauert es also deutlich länger als die drei Wochen, von denen oft die Rede ist. Darum geht es im Mythos der 21 Tage.
Zwei weitere Befunde sind für alle, die schreiben, noch wichtiger. Wer die Gewohnheit konsequenter ausführte, bei dem folgte die Automatik klarer der erwarteten Kurve. Und eine verpasste Gelegenheit wirkte sich kaum auf die Gewohnheit aus. Ein Tag ohne Schreiben zerstört nichts. Was die Routine zerstört, ist, wenn ein verpasster Tag zum Grund wird, aufzugeben.
- Das Signal Gleiche Zeit, gleicher Ort, zum Beispiel nach dem Frühstück.
- Das Schreiben Zehn Minuten, auch wenn es zäh läuft.
- Der nächste Satz Notier dir, wo du morgen anfängst.
- Morgen Mach da weiter, wo du aufgehört hast, ohne zu suchen.
Eine verpasste Gelegenheit schadete der Gewohnheit nicht. Mach am nächsten Tag weiter.
Klein genug für einen schlechten Tag
Eine Routine, die zwei Stunden und einen freien Nachmittag verlangt, hält nur, solange das Leben ruhig ist. Eine, die zehn Minuten verlangt, hält auch an einem Dienstag, an dem die Kinder krank sind. Das Pensum sollte so klein sein, dass du nicht mit dir selbst verhandeln musst. Wird es an einem guten Tag mehr, ist das ein Bonus, keine neue Norm.
Schließ jedes Mal damit ab, dass du dir notierst, wo du beim nächsten Mal anfängst, gern mitten in einem Satz. Dann beginnt die Schreibzeit am nächsten Tag nicht mit Suchen, sondern mit Weiterschreiben. Dass die besseren Ideen eine Weile brauchen und dass wir oft genau davor aufgeben, steht im Leitfaden zur kreativen Disziplin.
Vier Wege, je nachdem, wo du stehst
Wenn du schreibst, wann es dich gerade packt. Für dich, wenn du schubweise schreibst und dann wochenlang gar nicht. Mach einen Plan mit Wann und Wo und formuliere ihn als einen Satz. Erster Schritt: Schreib heute „Wenn ich gefrühstückt habe, setze ich mich an den Küchentisch und schreibe zehn Minuten lang“, mit deiner eigenen Zeit und deinem eigenen Ort.
Wenn du wenig Zeit hast. Für dich, wenn deine Tage schon voll sind. Senk das Pensum, bis es hineinpasst: zehn Minuten oder ein einziger Satz. Am Anfang zählt, dass es passiert, nicht wie viel. Erster Schritt: Stell dir heute Abend einen Timer auf zehn Minuten und schreib, ohne anzuhalten, bis er klingelt.
Wenn dir die Routine abhandengekommen ist. Für dich, wenn du eine Zeit lang jeden Tag geschrieben und dann aufgehört hast. In Lallys Studie schadete eine verpasste Gelegenheit der Gewohnheit nicht. Fang mit der kleinsten Version neu an, statt Verpasstes nachzuholen. Mehr zum Wiedereinstieg findest du in Nach einem Rückschlag zurückfinden. Erster Schritt: Schreib heute zehn Minuten, ohne zu lesen, was du zuletzt geschrieben hast.
Wenn du schreibst, aber nie fertig wirst. Für dich, wenn du eine Routine hast, aber ein Projekt, das nie endet. Das ist der anspruchsvollste Weg, denn er verlangt, dass du festlegst, was „fertig“ bedeutet. Wähl einen nächsten Schritt pro Woche, schreib ihn auf und zeig jemandem etwas, bevor es sich fertig anfühlt. Erster Schritt: Notier den einen nächsten Schritt dieser Woche für dein Projekt.
Ein erster Schritt für heute: Schreib einen Satz, der festhält, wann und wo du morgen schreibst, zum Beispiel: „Nach dem Frühstück, am Küchentisch, zehn Minuten lang.“
Das hier ist das Verständnis und ein erster Schritt. In Atlas wird daraus eine Gewohnheit. Wenn du Kreative Disziplin als eigenen Bereich hinzufügst, findest du dort Schreiben ohne anzuhalten, Projekt der Woche und Jemandem zeigen als Vorschläge, die du zu deinen eigenen machen kannst. So siehst du über die Wochen, wie oft du es wirklich getan hast. Teste Atlas 7 Tage kostenlos und kündige, wann du willst.

